Grußbotschaft von Pater Andreas

“Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.“

Liebe Gemeinde,

liebe Schwestern und Brüder,

man könnte sich die Worte der ersten Strophe des Liedes Nr. 422 im Gotteslob, die von dem niederländischen Theologen und Dichter Huub Oosterhuis aus dem Jahr 1966 stammen in diesen Tagen zu eigen machen.

“Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“. Mitten in der Fastenzeit, eingeschlossen in meinen vier Wänden, ich kann nichts mehr verbindlich planen, nicht einmal das Hochfest deiner Auferstehung!

Es sollte eigentlich wie immer sein: Die Fastenzeit – vielleicht mit Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten, Fernsehen, Fleisch… Und nun muss ich auf den Versuch bei meiner Mutter in meiner weit entfernten Heimat verzichten. Sie vielleicht auch auf Besuche bei Verwandtschaft, auf Besuche Ihrer alten Eltern im Seniorenheim oder Krankenhaus. Auf Bundesligaspiele oder die EM im Sommer d. J. Für viele Familien finden die geplanten Feiern der Firmung im April oder der Erstkommunion im Mai d. J. nicht statt. Manche Brautleute müssen sogar auf die lang und sorgfältig geplante Hochzeitsfeier verzichten.

Vielleicht hatten Sie geplant, während der Fastenzeit auf Medienkonsum oder Handygebrauch zu verzichten. Nun sind wir alle glücklich und dankbar, dass uns diese Kommunikationswege in der Pandemiezeit bleiben.

Das bis jetzt Selbstverständliche wie Kino, Theater, Konzerte, Restaurantbesuche, Schwimmbad, Sauna, Fitnessclub bricht weg. Ebenso wie die Möglichkeit, Nudeln, Mehl oder Toilettenpapier in gewünschter Menge kaufen zu können.

Alle sagen, dass dies eine noch nie dagewesene Zeit ist. Das stimmt! Sogar eine noch nie dagewesene Fastenzeit –in Ruhe, in Stille, mit wenig Terminen. Mit einer ungeheuren Chance zur Besinnung, zum Nachdenken, zur Dankbarkeit, zum Korrigieren und zur Umkehr.

Das Leben, die Welt sind fast stehen geblieben.

“Von Zweifeln ist mein Leben übermannt, mein Unvermögen hält mich ganz gefangen“, heißt es in dem zitierten Lied weiter. Viele Menschen haben Angst, machen sich große Sorgen um sich, ihre Familien, Freunde, die Zukunft. Gleichzeitig gibt es viele, die jetzt bewusst dankbar sind für ihren christlichen Glauben und ihre christliche Hoffnung, die sie durch diese schwere und traurige Zeit tragen.

Viele von Ihnen vermissen die Eucharistiefeiern und die Hl. Kommunion. Aber viele von Ihnen beten viel und intensiv, meditieren, lesen in der Hl. Schrift.

Als Ihre Seelsorger feiern wir täglich in unserer Hauskapelle für die uns anvertrauten Menschen das Opfer Jesu Christi, beten für alle Lebenden und Verstorbenen. In vielen gemeinschaftlichen und privaten Gebeten denken wir an Sie alle und Ihre Familien und Freunde.

Bleiben Sie alle behütet und gesund.

Mit einem Schutzengelgebet grüßen wir Sie alle ganz herzlich

im Namen des ganzen Pastoralteams – Pater Andreas -

PS: In der dritten Strophe heißt es:

“Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.“

Dein Schutzengel

Dein Schutzengel sei vor dir, um dir den rechten Weg zu weisen.
Dein Schutzengel sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Dein Schutzengel sei hinter dir, um dich zu bewahren, vor Not und Gefahr.
Dein Schutzengel sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, damit dir kein Leid geschieht.
Dein Schutzengel sei bei dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.